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40 Jahre Mädchenchor und 66 Jahre Rundfunk-Jugendchor Wernigerode
Ehemaligentreffen am 6. Mai 2017

Nachklang
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Konzerttournee 2008 - Frankreich - Spanien 08.-15.05.2008

Heute wollen wir das Ränzlein schnüren, laden Lust und Frohsinn mit hinein.

Nach monatelanger Vorbereitung war es nun endlich soweit: der Mädchenchor des Landesgymnasiums für Musik begab sich vom 8.5. bis 15.5. 2008 auf große Konzertreise, die nach Frankreich und Spanien führte. So fuhren also am Donnerstag 49 aufgeregte Chormitglieder und vier Begleiter zum Flughafen Altenburg/Nobitz. Frohen Mutes stiegen wir gegen 16.00 Uhr im warmen und sonnigen Deutschland in den Flieger von Ryanair, der uns zwei Stunden später sicher im weniger sonnigen Girona/Spanien absetzte. Kaum angekommen, sammelten wir unser Gepäck zusammen, setzten uns in den gemieteten Bus und verließen Spanien schon wieder, da uns unser erster Aufenthalt nach Carcassonne in Frankreich führte. Nach kleiner Stadt-Irrfahrt und kurzer Station in der falschen Jugendherberge fanden wir die richtige AUBER DE JEUNESSE, die uns auch weit nach 22 Uhr noch ein warmes Abendbrot ermöglichte..
Am Freitagvormittag erkundeten wir auf eigene Faust die südfranzösische Stadt und deren vom UNESCO-Weltkulturerbe geschützte Festungsanlage, die sich, trotz anhaltenden Regens, als großer Touristenmagnet herausstellte. Nach einem Picknick, welches wetterbedingt in der Jugendherberge stattfinden musste, begaben wir uns in das kleine Pyrenäenstädtchen Durban. Von hier ging es, nach Stell- und Ansingeprobe, in das 10 km entfernte Albas. Dort sangen wir als Überraschung in der Dorfkirche hauptsächlich für eine Einheimische und deren Tochter, die 14 Jahre lang an einem Wandteppich gearbeitet hatten. Dieser überwältigende Teppich umfasste eine gesamte Kirchenwand. Mit großer Begeisterung wurden unsere Lieder aufgenommen und schon hier stellte sich SUR LE PONT D`AVIGNON als Publikumsliebling heraus. Nach einem Imbiss fuhren wir zurück nach Durban und konnten hochmotiviert vom gerade Erlebten ein gelungenes Konzert darbieten. Frau Meise, die Hauptverantwortliche für beide Konzerte, organisierte hinterher noch ein leckeres Abendbrot. Die angekündigte Linsensuppe stellte sich erfreulicherweise als 5 Meter langes Buffet mit sämtlichen kulinarischen, typisch französischen, Köstlichkeiten heraus. Völlig erschöpft kamen wir erst nach Mitternacht wieder in Carcassonne an. Am nächsten Nachmittag hatten wir eine Probe in der Basilika Saint Nazaire im historischen Stadtkern. Nach zweistündiger Ruhephase konnten wir wiederum ein sehr stimmungsvolles Konzert bestreiten. Das war umso erfreulicher, da wir nach unserem rein geistlichen Programm feststellen mussten, dass wir zwar in der Zeitung vor Ort angekündigt wurden, aber als Gospelchor! Am Sonntag sind wir mittags mit dem Bus in die Pyrenäen gefahren, haben unterwegs ein Picknick abgehalten (inklusive des zu allen Mahlzeiten reichlich vorhandenen Baguettes) und besichtigten dann die Kartharerburg Quéribus, welche aus dem 11.Jahrhundert stammte und als Festung zur Zeit der Kreuzzüge einen strategisch wichtigen Standort darstellte. Wegen des anhaltenden Nieselregens blieb eine Hälfte des Chores in Cucugnan, um sich ein französisches Theaterstück anzusehen. Die andere Hälfte fuhr weiter zur nächsten Burg Peyrepertuse, kaum unterwegs kam auch schon die Sonne zum Vorschein und der recht anstrengende Aufstieg wurde mit einem unvergleichbaren Ausblick auf die gesamte Umgebung belohnt. Mit Verspätung von 1 œ Stunden holten wir die anderen im Dorf ab und begaben uns hungrig auf den Rückweg. Abends hatten wir ein letztes Mal die Chance durch Carcassonne oder die Festung zu schlendern. Am nächsten Tag ermöglichten uns zwei Stunden Freizeit die Stadt Narbonne mit ihren Sehenswürdigkeiten zu erkunden, wie zum Beispiel die Kathedrale oder die riesige Markthalle. Nach dem Essen am Bus(natürlich Baguette, aber auch Äpfel, Käse, Wurst und Thunfischsalat) ging es weiter nach Spanien, hier legten wir eine halbstündige Pause am Strand ein und hielten die Füße ins kühle Mittelmeer. Gegen 18.00 Uhr bezogen wir in Barcelona unsere Jugendherberge, direkt an der La Rambla, der Haupteinkaufsstraße, gelegen. Einen Straßenzug weiter konnten wir uns schon wieder mit einem Drei-Gänge -Menü den Bauch voll schlagen und hatten danach sogar noch ein bisschen Zeit, einen ersten eigenen Eindruck von der katalanischen Stadt zu gewinnen. Von den vielen neuen Erlebnissen völlig erschöpft ging auch dieser Tag zu Ende..
Das Frühstück stellte sich leider als etwas knapp, aber trotzdem ausreichend dar. Sofort ging es weiter und mit der U-Bahn fuhren wir einmal quer durch die Stadt. In der Mädchenschule Canigó haben wir erst geprobt und dann gegen Mittag ein sehr kurzweiliges Konzert gegeben. Besonders begeistert waren die Mädchen von den englischsprachigen Titeln. Bei einem kleinen Snack versuchten die Spanierinnen durch gezielt gestellte Fragen ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und im selben Zuge mehr über uns, unsere Schule und unsere Konzertreise zu erfahren. Schnell hieß es jedoch schon wieder Abschied nehmen und so ging es mit der U-Bahn zurück in die Jugendherberge. Hier hielten wir dann Mittagsschlaf und ruhten uns aus, denn am Abend erwartete uns unser letztes Konzert, dass wir natürlich bestmöglich abliefern wollten. Nach dem Abendessen ging es wiederum mit der U-Bahn zur deutsch-evangelischen Gemeinde, in der wir sehr liebevoll aufgenommen wurden und nach einem gelungenen Konzert auch wieder gut versorgt wurden, diesmal mit allerhand spanischen Leckereien..
Am mittwochfrüh ging es dann mit professioneller Führung von Herrn Weinmann durch die Oper von Barcelona. Diese wurde nach einem Brand 1994 fünf Jahre später wieder eröffnet und erstrahlte in neuem Glanz. Nach Besichtigung und einem Film über den Wiederaufbau, wurden wir alle mit einer DVD der Spielsaison 2005/2006 beschenkt und konnten uns ausgiebig im angrenzenden Souvenirshop mit allerhand musikalischen Utensilien wie Postkarten mit Notenmotiven, Bleistiften, Notizbüchern, Plakaten - eindecken. Schon ging es weiter zur La Sagrada Familia, der Sühnekirche Antoni Gaudí `s, mit deren Bau 1882 begonnen wurde und die erst im Jahr 2026 abgeschlossen werden kann. Dafür gibt es zwei Gründe: fast jeder Stein muss speziell angefertigt werden, aber auch die Tatsache, dass die Finanzierung ausschließlich über Spenden läuft, hat diese große Zeitspanne in der Bauzeit zur Folge. Nun stand jedem der Nachmittag zur völlig freien Verfügung in Barcelona. Abends ließen wir die Chorfahrt bei einem echt spanischen Tapas -Essen im Restaurant LOS TOREREROS ausklingen. Nach Tintenfisch, Muscheln, belegtem Baguette, knusprigen Kartoffeln und anderen Spezialitäten ging unser letzter Abend in Spanien zu Ende. Am nächsten Tag stiegen wir wieder in den Flieger, diesmal in die andere Richtung und kamen gegen 19.30 Uhr erschöpft zwar, aber durchaus glücklich und mit vielen neuen Erlebnissen in Wernigerode an. An dieser Stelle geht ein herzlicher Dank an Theresa, die mit viel Umsicht die Konzerte und Unterbringung organisierte, aber auch an unseren Chorleiter Herrn Zwerschke, Frau Zwerschke und Frau Fruth, die stets ein offenes Ohr für kleine Problemchen hatten, aber auch immer bereit waren, ein bisschen aus dem Nähkästchen zu plaudern.. Danke für diese unvergessliche Chorfahrt!

Wiebke Dziudzia