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DELF-Prüfung - auch das noch? 24.01.2015

Wie es ist, die Sprachkenntnisse außerhalb der Schule prüfen zu lassen?


Clara Bartsch, Susanne Menzel, Elisabeth Claes, Eunike Maria Selent, Johanna Menzel

Vier Schülerinnen der 12. Klassen des Landesgymnasiums für Musik Wernigerode wollten es genauer wissen und meldeten sich zur kostenpflichtigen DELF-B2 Prüfung an, die am 24. Januar 2015 im Magdeburger Albert-Einstein-Gymnasium unter der Leitung des Institut Français Leipzig stattfand. Neben Eunike Maria Selent, Susanne und Johanna Menzel, die bereits bei ihrer B1-Prüfung Erfahrungen sammeln konnten, vervollständigte Clara Bartsch das Quartett der Kandidatinnen.
Im Dezember und im Januar wurden sie von ihrer Französischlehrerin Katrin Fruth und der belgischen Fremdsprachenassistentin Elisabeth Claes auf die vier Prüfungsbereiche vorbereitet. Das Lese- und Hörverständnis wurden ebenso trainiert wie die Schreib- und Sprechkompetenz. Besonders für den produktiven Sprachteil konnte Elisabeth den Teilnehmerinnen wertvolle Tipps in den simulierten Prüfungssituationen mit auf den Weg geben.
In der Prüfung waren die Themen breit gefächert, so ging es im 30 minütigen Hörverstehen einerseits um Studentenwohnungen und andererseits um die Rolle der Großeltern, die in einer Radiosendung diskutiert wurde. Nach dem einstündigen Test zum Leseverständnis hatten die Prüflinge 60 Minuten Zeit um ihre Argumente zur gemeinnützigen Arbeit statt Schulstrafen schriftlich darzulegen.
Abschließend ging jede Schülerin in eine 30 minütige Vorbereitungsphase zu einem gezogenen Thema. Im Gespräch mit zwei Muttersprachlern konnten sie ihre Ansichten z.B. zum Downloaden von Filmen oder zu Projekten zur Entwicklung von Medienkompetenz älterer Menschen darlegen.

Nach diesem anstrengenden Tag voller interessanter Begegnungen und der Zuversicht, diese Herausforderung gemeistert zu haben, kamen die vier Schülerinnen mit vielen positiven Eindrücken nach Hause.

Für jeden der vier Prüfungsteile können maximal 25 Punkte erreicht werden, ab 50 von 100 Punkten gilt die Prüfung als bestanden. Die Ergebnisse sind wesentlich transparenter als Zeugnisnoten, da sich die DELF-Prüfungen an dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Fremdsprachen orientieren, der die Kompetenzen für jedes Niveau genau festschreibt. So gibt es die Abschlüsse für DELF (Diplôme d´Etudes en langue française), die vom französischen Bildungsministerium ausgestellt werden und lebenslang gültig sind, auf dem Niveau der elementaren Sprachanwendung (A1, A2) und dem Niveau der selbstständigen Sprachanwendung (B1, B2). Während das Niveau B2 auch als Ziel im Abiturjahrgang im neuen Fachlehrplan für Französisch formuliert ist, können im Hochschulbereich noch die Stufen C1 und C2 abgelegt werden. In 154 Ländern gibt es mittlerweile 900 Prüfungszentren, in denen die identischen Prüfungen von Muttersprachlern abgehalten werden.

Nach einem reichlichen Monat Wartezeit erhielten die vier Schülerinnen nun ihre vorläufigen Diplome. Clara und Eunike erreichten mit 73 Punkten sehr gute, Susanne mit 95 und Johanna mit 96 Punkten hervorragende Ergebnisse.

Herzlichen Glückwunsch diesen Schülerinnen, die damit ein schulexternes, international anerkanntes Zertifikat erworben haben, das zugleich eine der Zugangsberechtigungen zu französischen Hochschulen und Universitäten darstellt, z.B. im Rahmen des Erasmus-Austauschprogrammes.

Katrin Fruth (Französisch-Lehrerin)